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Thema des Monats November: Pseudogetreide

Unter Pseudogetreide versteht man Körner die ähnlich echtem Getreide verwendet werden, im botanischen Sinne aber anderen Pflanzenfamilien angehören. Lesen Sie mehr über Amaranth, Quinoa und Buchweizen - auch exotische Getreide genannt.

Während Weizen, Roggen, Hafer & Co. aus botanischer Sicht echte Getreidesorten sind, werden die Körner von Amaranth, Quinoa oder Buchweizen als Pseudo- beziehungsweise exotische Getreide bezeichnet. Schliesslich gehören sie ganz anderen Pflanzenfamilien an. Doch ihre Verwendung in der Küche ähnelt dem des Getreides. 

Amaranth

Gepuffter Amaranth ist in vielen schmackhaften Müslis und Riegeln enthalten. Zu Mehl gemahlen, eignet er sich für Brot, Kuchen und Feingebäck. Die ganzen Amaranthsamen können für circa 30 Minuten gekocht werden (3 Teile Wasser auf 1 Teil Amaranth, 10 Minuten nachquellen lassen) und ergeben dann eine würzige Beilage zu deftigen Gemüse- oder Fleischgerichten. Man kann Amaranth auch selbst puffen.

Quinoa

Quinoa (sprich Kinwa) gilt als altes Korn der Inka und wird deshalb manchmal als Inkakorn oder Perureis bezeichnet. Wie beim Amaranth wurde der Anbau von den Spaniern unter Androhung der Todesstrafe verboten. Quinoa ist kein echtes Getreide, sondern gehört zu den Gänsefussgewächsen. Er gedeiht auch auf nährstoffarmen Böden und ist gegen Trockenheit und Hitze unempfindlich. Er kann in Höhen angebaut werden, in denen andere Pflanzen nicht mehr reif werden. Quinoakörner müssen gut gewaschen werden. Man kann sie wie Reis zubereiten. Da sie stark aufquellen, brauchen sie mehr Wasser als dieser. Sie bekommen durch das Kochen eine gelbliche Farbe, werden etwas glasig und ergeben eine fein schmeckende knackige Beilage. Auch als schmackhafte Zutat für Suppen und pikantes Gebäck ist Quinoa geeignet. Gekeimt ist er eine Bereicherung für jeden Salat.

Achtung: Quinoa enthält, wie viele Pflanzen, Saponine. Diese werden durch gründliches Waschen vor dem Verkauf zwar entfernt, manchmal bleiben jedoch geringe Reste davon zurück. Diese können bei Kindern unter zwei Jahren Unverträglichkeiten hervorrufen. Für ältere Kinder und Erwachsene gibt es keine Einschränkung beim Verzehr von Quinoa.

Buchweizen

Buchweizen gehört botanisch zu den Knöterichgewächsen und wird als "Pseudogetreide" bezeichnet, da man ihn in der Küche wie seinen Namensvetter Weizen verwendet. Buchweizen wird heute überwiegend in Nordamerika und Asien angebaut, wo er ursprünglich herkommt. Seine Anforderungen: warmes, trockenes Klima, denn Buchweizen ist sehr kälteempfindlich. Da er im Gegensatz zu Dinkel, Emmer und Kamut kein Gluten, also keinen Kleber enthält, kann man aus ihm allein kein Brot oder Backwerk zaubern. Mit bis zu 20 Prozent des Pseudogetreides in Kombination mit einem kleberreichen Getreide gelingt ein Brot mit der typischen nussigen Buchweizen-Note. In Russland wird Buchweizen traditionell zu Grütze (zerhacktes Getreideerzeugnis) oder Blinis (Pfannkuchen) verarbeitet, aber auch in Rezepten für Suppen, Bratlinge oder im Müsli findet man ihn als Zutat.