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Thema des Monats Juli - Beeren

Hier geht es um die spannende Kulturgeschichte von Erdbeere, Himbeere und Co., die zumindest umgangssprachlich Beeren genannt werden. Denn: Viele Beeren sind streng genommen gar keine Beeren.

Vermutlich nahm alles mit Emmer und Einkorn, den Vorfahren des Weizens, seinen Anfang. Ackerbauern haben diese Getreide bereits vor rund 11.000 Jahren angebaut. Sie haben die Körner zunächst roh gegessen, später zerstampft, zu Brei gekocht und irgendwann auf heissem Stein zu Fladen verarbeitet – so die Überlieferungen. 

Erdbeere

Mit dieser leuchtend roten Sammelnussfrucht startet in unseren Gärten die Beerenzeit. Der Ursprung unserer Gartenerdbeere resultiert aus einer zufälligen Kreuzung zweier Erdbeerarten, die geographisch gar nicht zusammen vorkommen. So wurde im 17. Jahrhundert aus Nordamerika eine Erdbeersorte nach Europa importiert, die man Scharlacherdbeere nannte. Fast zeitgleich kam aus den Anden die Chile-Erdbeere. Durch den zufälligen Anbau beider Sorten in direkter Nachbarschaft entstand ein Bastard mit grossen, roten Früchten und gutem Geschmack – Ursprung der heutigen Gartenerdbeere. Ihr Aussehen und der Duft waren Grund genug sie auf den wohlklingenden botanischen Namen Fragaria ananassa  zu taufen. Mittlerweile gibt es über 1‘000 Erdbeersorten. Doch man weiss auch: Eine grosse, makellose und dunkelrote Erdbeere ist leider schon lange kein Garant mehr für ein gutes Aroma. Mit etwas Glück findet man noch heute, eher an versteckten und schattigen Orten, die wilde, kleine und süsse Walderdbeere.

Himbeere

Ihr Name leitet sich von der althochdeutschen Bezeichnung Hintperi ab. Dabei steht hint für die Hirschkuh. Vermutlich, weil sich diese gerne mit ihren Jungen in den Himbeersträuchern versteckt und sowohl Beeren als auch Blätter eine beliebte Nahrungsquelle für die scheuen Waldbewohner ist. Ihren botanischen Namen Rubus idaeus trägt die zur Familie der Rosengewächse gehörende Himbeere schon seit Ewigkeiten. Die Heimat der Himbeere liegt in ganz Eurasien. Im Altertum waren die Himbeere und vor allem ihre Blätter eine beliebte Heilpflanze, die später auch weit verbreitet in Klostergärten angebaut wurde. Geerntet werden die reifen Freilandfrüchte von Ende Juni bis Mitte September. Himbeerruten im Garten oder an der Hauswand sind übrigens nicht nur für die Fruchtwähe, den Konfitüren Vorrat oder den Hand-in-Mundverzehr grossartig – ihre kleinen Blüten bieten auch reichlich Nektar für Bienen und Schmetterlinge und sind daher eine beliebte Insektenweide.

Brombeeren

Hübsch anzusehen ist die blauschwarz glänzende nahe Verwandte der Himbeere. Die vollreifen Früchte lassen sich im Spätsommer von den Stielen streifen. Sie werden am besten noch am Tag des Kaufs bzw. der Ernte frisch genossen, weil sie rasch ihren dunkelvioletten Saft verlieren und matschig werden. Mit ihrer üppigen Süsse verführen Brombeeren zum puren Genuss. Ihre aussergewöhnliche Form und Farbe machen sie zu einer köstlichen Deko auf Desserts oder Kuchen.

Johannisbeeren und ihre Geschichte

Am 24. Juni beginnt für die Johannisbeere die rund einmonatige Erntezeit, zeitgleich zum Gedenktag der Geburt Johannes des Täufers, ihrem Namensvetter. Die kleinen Beeren schauen auf eine recht junge Kulturgeschichte zurück. Namentlich erwähnt werden Wildformen erst zur Zeit Hildegard von Bingens. Die Vorfahren der Garten-Johannisbeeren stammen aus Europa und Nordasien und sind dort noch heute vereinzelt in Wäldern und an Felsen zu finden. Ursprünglich war es gar nicht nur der süss-säuerliche Beerengeschmack, der die Menschen interessierte, sondern naturheilkundliche Erkenntnisse, weshalb die Pflanze auch in vielen Klostergärten angebaut wurde. Aus dieser Zeit stammen Synonyme wie Gichtbeere für die schwarze Johannisbeere, die übrigens sogar im botanischen Sinne eine echte Beere ist. Die kleinen säuerlichen Beeren können weiss, rosa, rot oder schwarz sein. Von allen Beerenarten weisen Johannisbeeren den höchsten Säuregehalt auf, insbesondere die schwarzen Sorten sind für ihren herben Geschmack bekannt. Rote und weisse Sorten können durchaus frisch verspeist werden, schwarze Johannisbeeren eignen sich besser für Säfte, Konfitüre oder Kompott. 

Heidelbeeren

Eine glatte matt-dunkelblaue Schale umgibt das süsse helle Fruchtfleisch mit der mild-säuerlichen Note. Mit rund 150 Arten ist die Heidelbeere, manchmal auch Blaubeere genannt, wild wachsend in Europa und Nordasien vertreten. Die Erntezeit liegt zwischen Juli und September. Heidelbeeren reifen nach der Ernte nach. Da die kleinen Blauen ihr Aroma nur bei Raumtemperatur optimal entfalten, empfiehlt es sich, sie vor dem Servieren aus dem Kühlschrank zu nehmen. Klassisch geniesst man Heidelbeeren pur oder mit einem Löffel Schlagrahm verfeinert. Ein Geniesser-Tipp: Süsses Omelett mit Heidelbeeren und Ahornsirup.